
Lokale Infrastruktur in die Cloud migrieren: Ein Leitfaden Schritt für Schritt
- Cloud networking
- 9. März 2026
Ist es Zeit, Ihre Rechenzentrumsanwendungen in die Cloud zu migrieren? Erfahren Sie, worauf es ankommt, und lernen Sie einen schrittweisen Migrationspfad kennen.
Die Migration Ihres lokalen Rechenzentrums in die Cloud kann anspruchsvoll wirken – von der Wahl des richtigen Cloud-Bereitstellungsmodells bis zur Gewährleistung sicherer und skalierbarer Netzwerkkonnektivität.
Für viele Unternehmen lautet die Frage nicht, ob sie migrieren sollten, sondern wie sie dies effizient und mit möglichst wenigen Unterbrechungen erreichen. Eine erfolgreiche Migration ist entscheidend, um Kosten zu senken, den Betrieb zu skalieren und die Sicherheit zu verbessern.
In diesem Leitfaden erläutern wir die wichtigsten Überlegungen zur Migration Ihrer Daten und Anwendungen in die Cloud. Außerdem zeigen wir, wie die Network-as-a-Service-Plattform (NaaS) von Megaport den Prozess vereinfachen kann – mit zuverlässiger, sicherer und bedarfsgesteuerter Konnektivität über 1,200 + Rechenzentren weltweit hinweg.
Inhaltsübersicht
Warum von lokaler Infrastruktur in die Cloud migrieren?
Ob auf Anweisung der Geschäftsleitung oder als Unternehmensinitiative: Zu den wichtigsten Gründen für die Migration Ihrer Daten in eine oder mehrere Clouds gehören:
- Kostensenkung: Die Cloud macht anfängliche Hardwarekäufe oder -erneuerungen überflüssig, reduziert Kosten für Strom, Kühlung und Wartung und verlagert Ausgaben in ein nutzungsabhängiges Betriebskostenmodell.
- Skalierbarkeit und Agilität: Unternehmen können Rechenressourcen schnell und einfach erhöhen oder reduzieren, um schwankender Nachfrage zu begegnen. So reagieren sie schneller auf Marktveränderungen und Geschäftswachstum.
- Bessere Zusammenarbeit und Zugänglichkeit: Cloudbasierte Dienste ermöglichen Mitarbeitenden den ortsunabhängigen Zugriff auf Anwendungen und Daten. Das verbessert die Produktivität und erleichtert mobiles Arbeiten sowie die standortübergreifende Zusammenarbeit.
- Mehr Sicherheit und bessere Compliance: Cloud-Anbieter investieren erheblich in Sicherheitsmaßnahmen und Fachwissen und bieten häufig ein höheres Sicherheitsniveau, als viele einzelne Unternehmen selbst erreichen könnten.
- Disaster Recovery und Geschäftskontinuität: Die Cloud bietet robuste Wiederherstellungsfunktionen, damit der Betrieb bei unerwarteten Störungen mit minimalen Ausfallzeiten und Datenverlusten fortgesetzt werden kann.
- Schnellere Innovation: Die Cloud-Migration erleichtert den Zugang zu fortschrittlichen Technologien wie künstlicher Intelligenz und Machine Learning und vereinfacht die Bereitstellung neuer Funktionen. Unternehmen können dadurch schneller innovieren.
- Einfacherer IT-Betrieb: Durch die Auslagerung der Infrastrukturverwaltung werden IT-Teams von routinemäßiger Rechenzentrumswartung entlastet und können sich auf strategische Projekte mit höherem Mehrwert konzentrieren.
Die Rolle der Hybrid Cloud
Eine Hybrid-Cloud-Bereitstellung kann das Beste aus beiden Welten bieten: Sensible Daten und stabile Workloads verbleiben auf Ihrer privaten, kontrollierten Infrastruktur. Gleichzeitig nutzen Sie die enorme Skalierbarkeit und Wirtschaftlichkeit der Public Cloud für wechselnden Bedarf, etwa saisonale Spitzen, oder weniger kritische Aufgaben. Durch die Verbindung von Sicherheit und Kontrolle mit Agilität und Skalierbarkeit ist die Hybrid Cloud für viele Unternehmen eine flexible, wirtschaftliche, sichere und resiliente Wahl.
So migrieren Sie lokale Infrastruktur in die Cloud
Die Migration von Daten aus lokaler Infrastruktur in die Cloud erfordert ein strukturiertes, mehrphasiges Vorgehen. Es beginnt mit Bewertung und Planung und endet mit Überwachung und Optimierung. Eine erfolgreiche Cloud-Migration folgt in der Regel diesen zentralen Schritten.
1. Bewertung und Planung
- Ziele definieren: Legen Sie Geschäftsziele wie Kostensenkung, bessere Skalierbarkeit oder höhere Sicherheit klar fest.
- Inventarisieren und prüfen: Bewerten Sie Ihre bestehende IT-Umgebung umfassend, einschließlich aller Daten, Anwendungen, Server und ihrer Abhängigkeiten. Erfassen und dokumentieren Sie Datentypen, Umfang, Struktur und regulatorische Anforderungen, etwa HIPAA oder DSGVO.
- Strategie wählen: Bestimmen Sie für jede Anwendung einen Migrationsansatz. Zu den gängigen „R“-Strategien gehören Rehosting, auch Lift and Shift genannt, Refactoring mit minimalen Änderungen und Rearchitecting, also die Neugestaltung für cloudnative Funktionen.
- Cloud-Anbieter auswählen: Wählen Sie Ihre Cloud-Dienstanbieter anhand von Kosten, angebotenen Diensten, Sicherheitsfunktionen und Kompatibilität mit Ihren Systemen.
- Sicherheit und Compliance planen: Prüfen Sie erforderliche Sicherheitsmaßnahmen, darunter Verschlüsselung gespeicherter und übertragener Daten sowie Identity-and-Access-Management-Kontrollen (IAM), und stellen Sie sicher, dass alle Compliance-Anforderungen erfüllt werden.
2. Vorbereitung und Tests
- Daten bereinigen: Entfernen Sie vor der Migration Duplikate, korrigieren Sie Unstimmigkeiten und vereinheitlichen Sie Formate.
- Cloud-Umgebung einrichten: Konfigurieren Sie Ihre Zielinfrastruktur in der Cloud, einschließlich Netzwerkeinstellungen, Storage und Zugriffsberechtigungen.
- Pilotmigration durchführen: Führen Sie eine kleine, nicht geschäftskritische Testmigration mit einem Teil Ihrer Daten und Anwendungen durch. So erkennen Sie mögliche Probleme und können Ihren Migrationsplan verfeinern.
- Rollback-Plan erstellen: Entwickeln Sie einen Notfall- und Rückkehrplan für unerwartete Probleme oder Ausfälle während der eigentlichen Migration.
3. Durchführung
- Migration terminieren: Planen Sie die Migration außerhalb der Hauptgeschäftszeiten, um Betriebsunterbrechungen zu minimieren.
- Datenmigration durchführen: Nutzen Sie geeignete Werkzeuge wie AWS Database Migration Service, Azure Data Box oder Google Storage Transfer Service, um Ihre Daten sicher zu übertragen. Je nach Plan kann dies schrittweise oder in einem Durchgang erfolgen.
- Anwendungen migrieren: Verschieben Sie Anwendungen in die Cloud und aktualisieren Sie alle erforderlichen Konfigurationen, etwa DNS-Einträge, um den Datenverkehr in die neue Cloud-Umgebung zu leiten.
4. Validierung und Optimierung
- Integrität prüfen: Überprüfen Sie nach der Migration Datenintegrität und -konsistenz sorgfältig anhand von Prüfsummen und Datensatzanzahlen. So stellen Sie sicher, dass nichts verloren gegangen oder beschädigt worden ist.
- Leistung überwachen: Implementieren Sie robuste Überwachungslösungen wie Amazon CloudWatch oder Azure Monitor, um Leistung, Verfügbarkeit und Kosten Ihrer neuen Cloud-Umgebung zu verfolgen.
- Kosten und Leistung optimieren: Optimieren Sie die Ressourcennutzung kontinuierlich, um Leistung und Kosten auszubalancieren, etwa durch passende Instanzgrößen oder automatische Skalierung.
- Nutzer schulen: Stellen Sie Endnutzern Schulungen und aktualisierte Dokumentation bereit, damit sie die neuen Systeme reibungslos übernehmen können.
Möglichkeiten für die Cloud-Anbindung
Nach der Migration ist zuverlässige Cloud-Konnektivität entscheidend für Ihren Geschäftsbetrieb.
Gängige Cloud-Anbindungen umfassen öffentliche Internetverbindungen, häufig über ein VPN, private dedizierte Verbindungen wie AWS Direct Connect, Azure ExpressRoute oder Google Interconnect sowie SD-WAN. Jede Methode bietet unterschiedliche Leistungs-, Sicherheits- und Kosteneigenschaften. Unternehmen können so die passende Lösung für ihre Anforderungen wählen.
Öffentliche Internetverbindung
- Virtual Private Network (VPN): Erstellt einen verschlüsselten Tunnel über das öffentliche Internet für sicheren, kostengünstigen Fernzugriff oder Standortverbindungen.
- Vorteile: Einfach einzurichten, kostengünstig und flexibel.
- Nachteile: Die Leistung kann schwanken, ohne garantierte Dienstqualität. Die Bandbreite kann unzuverlässig und schwer skalierbar sein.
Private dedizierte Verbindungen
- Direct Connect/ExpressRoute/Google Interconnect: Stellt eine dedizierte private Netzwerkverbindung direkt von Ihrer lokalen Infrastruktur zum Netzwerk des Cloud-Anbieters her und umgeht das öffentliche Internet.
- Vorteile: Bietet höhere Bandbreite, geringere Latenz und konstantere Leistung als ein VPN.
- Nachteile: Teurer und komplexer einzurichten als ein VPN.
Softwaredefinierte Vernetzung
- SD-WAN: Verwaltet und optimiert Datenverkehr über verschiedene öffentliche und private Verbindungsoptionen. So können Sie Datenverkehr dynamisch nach den Anforderungen der Anwendungen routen.
- Vorteile: Bietet mehr Kontrolle und Transparenz sowie die Möglichkeit, für unterschiedliche Verkehrstypen den effizientesten Pfad zu nutzen.
- Nachteile: Erhöht die Komplexität der Netzwerkverwaltung.
- SASE (Secure Access Services Edge): Ein cloudnativer Ansatz, der Netzwerk- und Sicherheitsfunktionen in einem einzigen, aus der Cloud bereitgestellten Dienst kombiniert.
- Vorteile: Verbessert die Sicherheit durch identitätsbasierte Richtlinien und vereinfacht komplexe Netzwerkarchitekturen.
- Nachteile: Hohe anfängliche Implementierungskosten, spezialisiertes Fachwissen, mögliche Anbieterbindung und ein erheblicher Kulturwandel in der IT, um Silos zwischen Netzwerk- und Sicherheitsteams aufzubrechen.
Welche Option sollte ich wählen?
Wenn Sie umfangreiche Unternehmens-Workloads verwalten, benötigen Sie private dedizierte Konnektivität mit konstanter Bandbreite, geringer Latenz und planbaren Kosten. In diesem Fall ist eine private dedizierte Verbindung die beste Wahl für Ihre Bereitstellung.
Wenn schnelle Bereitstellung und Flexibilität Ihre Prioritäten sind und gewisse Schwankungen der Internetleistung akzeptabel sind, lohnt es sich, eine VPN-Verbindung auszuprobieren.
Das gewählte Konnektivitätsmodell sollte sich danach richten, welches Nutzer- oder Kundenerlebnis Sie mit Ihren cloudbasierten Anwendungen bieten möchten.
Lokale Infrastruktur mit Megaport in die Cloud migrieren
Das Verständnis von Konnektivitäts- und Bereitstellungsmodellen ist entscheidend – unabhängig davon, ob Sie von lokaler Infrastruktur in die Cloud oder zwischen Clouds wechseln.
Ein NaaS-Anbieter wie Megaport gibt Ihnen die Kontrolle, die in isolierten Umgebungen häufig fehlt, und schafft ein flexibles Netzwerk-Underlay für sämtliche Workloads. Mit Megaport können Sie Workloads schnell verschieben, die Latenz durch private Verbindungen reduzieren, hohe Cloud-Egress-Gebühren vermeiden und neue Verbindungen in wenigen Minuten bereitstellen. Außerdem erhalten Sie Zugang zu über 1,200 Rechenzentren und Hunderten von Cloud- und Managed-Service-Anbietern weltweit.
Im Folgenden finden Sie einige Bereitstellungsmodelle, die Megaport unterstützt.
Vom Rechenzentrum in die Cloud
In diesem Modell werden Daten direkt zwischen dem lokalen Rechenzentrum und einem oder mehreren Cloud-Dienstanbietern über eine private Verbindung übertragen, die das öffentliche Internet umgeht. Dieser Ansatz bietet höhere Bandbreite, geringere und konstantere Latenz sowie bessere Zuverlässigkeit. Zugleich erhöht er die Sicherheit, da der Datenverkehr nicht über das Internet läuft.
Viele Unternehmen profitieren auch von niedrigeren Egress-Gebühren gegenüber internetbasierter Konnektivität. Wenn das Rechenzentrum während oder nach der Migration mit der Cloud verbunden bleiben muss, unterstützt dieses Modell eine Hybrid-Cloud-Architektur mit direktem BGP-Peering zwischen dem Kundenrechenzentrum und dem Cloud-Anbieter. Muss Datenverkehr zwischen Cloud-Anbietern fließen, muss er den Umweg zurück durch das Rechenzentrum nehmen.

Von Cloud zu Cloud
Dieses Modell ermöglicht die direkte Datenübertragung zwischen Cloud-Anbietern, ohne den Datenverkehr durch das lokale Rechenzentrum zu leiten. Es wird üblicherweise eingesetzt, wenn Daten nicht mehr aus dem Rechenzentrum stammen oder dorthin zurückkehren müssen.
Beispielsweise können Anwendungen in einer Cloud laufen, während die benötigten Daten zu einem anderen Cloud-Anbieter migriert wurden. Workloads können so effizient auf diese Daten zugreifen, ohne die lokale Infrastruktur einzubeziehen.

Hybrid Cloud
Dieses Modell unterstützt die Datenübertragung zwischen mehreren Clouds und erhält gleichzeitig die Anbindung an das lokale Rechenzentrum. Es wird eingesetzt, wenn Cloud-Workloads auf Daten in anderen Clouds zugreifen müssen, während ein Teil der Daten auch zu lokalen Systemen zurückfließen muss.
Dieser hybride Compute-Ansatz ist üblich, wenn Anwendungen in der Cloud laufen, aber weiterhin auf Altsysteme—etwa ein AS400—im privaten Rechenzentrum des Unternehmens angewiesen sind. Ebenso eignet er sich, wenn zuvor lokal gespeicherte Daten zu einem anderen Cloud-Anbieter migriert wurden als dem, der die Anwendung hostet.

Eine strategische Investition
Entscheidungen zur Cloud-Migration sollten nicht allein von Kosten bestimmt werden. Die auf dem Papier günstigste Option kann schnell zur teuersten werden, wenn sie Leistung, Resilienz oder zukünftige Flexibilität begrenzt.
Betrachten Sie die Cloud-Migration als strategische Investition und nicht als reine Kostensenkungsmaßnahme. Das richtige Bereitstellungsmodell bringt Architektur, Konnektivität und Budget mit den angestrebten Geschäftsergebnissen in Einklang – von Skalierbarkeit und Zuverlässigkeit bis zu Compliance oder langfristiger Agilität.







